Nagelpilz
[drucken]

Liebe Patientin, lieber Patient,

durch Ihren Hautarzt wurde bei Ihnen ein Nagelpilz diagnostiziert. Es handelt sich dabei um eine Infektion des Nagels, des Nagelbettes und/oder der Nagelwurzel mit Dermatophyten. Eine Sanierung dieser Erkrankung ist grundsätzlich möglich, erfordert aber Ihre konsequente Mitarbeit.

Wie entsteht ein Nagelpilz?

Fast jeder Nagelpilzerkrankung geht eine langjährig vorbestehende Pilzinfektion der Haut und/oder eine Schädigung bzw. Traumatisierung der Nagelplatte voraus. Pilzinfektionen finden sich überwiegend im Bereich der Füße, weil hier durch das Tragen von Schuhen ein feucht-warmes Milieu vorliegt, wodurch das Pilzwachstum gefördert wird. Durch die Übertragung von Sporen kann es im Laufe von Jahren zu einer Infektion anderer Hautareale (z.B. der Genitalregion) und/oder der Nägel kommen. Schäden der Nagelplatte oder des Nagelbettes entstehen beim Tragen enger Schuhe, im Rahmen der Ausübung vieler Sportarten (z.B. Jogging, Squash, Tennis, Fußball), beim Wandern und Trekking oder durch andere Stoß- und Druckverletzungen. Die Pilze dringen in die Nagelplatte meist von den Rändern her ein und "arbeiten" sich dann innerhalb von Monaten oder Jahren bis zum Nagelbett oder zur Nagelwurzel vor. Von außen sieht man oft gelbe Streifen (sog. Pilzkanäle), die vom Nagelrand Richtung Nagelwurzel verlaufen. Im Nagelbett können die Pilze schwielenartige Verhornungen ausbilden, die zur Abhebung der Nagelplatte führen (sog. Gletschernagel).

Wie lässt sich ein Nagelpilz erfolgreich behandeln?

Voraussetzung für die Sanierung einer Nagelpilzinfektion ist die regelmäßige Entfernung sichtbar erkrankter Nagelanteile. Sie sollten dafür in Abständen von sechs bis acht Wochen die Hilfe einer/eines ausgebildeten Fußpflegerin/Fußpflegers in Anspruch nehmen. Sind mehr als drei Nägel und/oder mehr als 50 % einer Nagelplatte sichtbar befallen, lässt sich die Abheilung nur durch Einnahme pilzhemmender Tabletten erreichen. Die Zeitdauer der Tabletteneinnahme ist dabei abhängig von der Geschwindigkeit des Nagelwachstums, vom Befall des Nagelbettes und/oder der Nagelwurzel sowie vom Vorliegen sog. Risikofaktoren, z.B. einer Durchblutungsstörung oder eines Diabetes mellitus. Bei geringem Nagelbefall lässt sich eine Abheilung auch durch das mehrmonatige Auftragen eines pilzhemmenden Nagellacks oder einer entsprechenden Creme oder Lösung erreichen. Die gesamte Behandlung kann - je nach Ausdehnung des Nagelbefalls - bis zu 12 Monaten und länger betragen. Beginnen Sie die Behandlung nur, wenn Sie zu diesem "Aufwand" wirklich bereit sind. Eine abgebrochenen Behandlung ist so gut wie keine Behandlung.

Was ist nach der Abheilung eines Nagelpilzes zu beachten?

Personen, bei denen einmal ein Nagelpilz und/oder eine Pilzinfektion der Haut bestanden hat, bleiben für das gesamte Leben erhöht gefährdet, eine erneute Infektion zu erleiden. Es wird deshalb empfohlen, täglich eine pilzhemmende Salbe oder ein Pumpspray im Bereich der Füße und/oder anderer Hautpartien zu verwenden. Tragen Sie keine engen Schuhe und keine Schuhe aus Gummi oder Plastik! Tragen Sie keine Strümpfe aus Synthetik, besser aus Baumwolle! Tragen Sie Schuhe möglichst immer mit Strümpfen oder Söcklingen, um starkes Schwitzen zu vermeiden! Wechseln Sie Ihre Strümpfe täglich! Trocknen Sie sich die Füße nach dem Duschen oder Baden insbesondere zwischen den Zehen sorgfältig ab! Verwenden Sie dafür ein weiches, saugfähiges Baumwolltuch oder Papier von einer Haushaltrolle! Zum Trocknen kann alternativ auch ein Fön verwendet werden. Tragen Sie möglichst nicht dasselbe Paar Schuhe an zwei aufeinander folgenden Tagen, sondern lassen Sie die Schuhe für mindestens ein bis zwei Tage auslüften und trocknen. Insbesondere Sportschuhe sollten alle drei Monate mit einem pilzabtötenden Puder (z.B. Batrafen Puder) von innen behandelt werden. Laufen Sie in Schwimmbädern, Saunen, Duschen und Nassbereichen möglichst nicht barfuss. Tragen Sie dort besser Schuhe oder Sandalen, um eine Neuinfektion mit Pilzsporen zu vermeiden.

Stand: 8/2004


Copyright © 2008 by Dr. med. Peter Pierchalla.
Alle Rechte vorbehalten.