Krätze (Skabies)
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Liebe Patientin, lieber Patient,

die Skabies (Krätze) wird durch die Krätzmilbe verursacht. Charakteristisch für die Erkrankung ist der heftige und quälende Juckreiz, der insbesondere nachts auftritt. Typische Hautveränderungen bei Skabies sind längliche, meist aufgekratzte, entzündlich gerötete Knötchen im Bereich der Fingerzwischenräume, in den Achselhöhlen, am Bauch, am Gesäß, an der Brust, am Penis und bei Kindern auch in den Handflächen und an den Fußsohlen.

Die Übertragung der Krätzmilben erfolgt in erster Linie durch direkten Körperkontakt, außerdem durch die Benutzung gemeinsamer Betten (z.B. in Feriencamps) oder bei engem Kontakt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Altenheimen etc.. Die ersten juckenden Knötchen treten meist 3 bis 6 Wochen nach der Ansteckung auf, bei erneuter Infektion aber bereits innerhalb von 1 bis 2 Tagen. Eine Skabies lässt sich fast immer erfolgreich behandeln. In Ausnahmefällen kann der Juckreiz jedoch nach der Therapie noch wochenlang andauern, obwohl die Milben längst abgetötet wurden.

Die Behandlung wird bei Erwachsenen und Schulkindern mit Jakutin Emulsion oder einer 10%igen- Permethrin-Creme (Hinweise zur Anwendung siehe Rückseite), bei Säuglingen, Kleinkindern und Schwangeren mit Antiscabiosum Mago Emulsion oder mit einer 5 %igen Permethrin-Creme durchgeführt. Befolgen Sie bitte genau die Anweisungen der Packungsbeilage und beachten Sie auch die Hinweise zur Sanierung der Bettwäsche und Bekleidung! Alle direkten Kontaktpersonen des an Skabies erkrankten Patienten sollten sich von einem Hautarzt untersuchen lassen, ob eine Übertragung stattgefunden hat.

Da die Behandlung mit Jakutin (Vorsicht bei Kleinkindern und Schwangeren!), Permethrin-Creme oder Antiscabiosum Mago praktisch ohne Nebenwirkungen ist, sollten sich Ehepartner und Familienmitglieder nach einer Untersuchung auch dann behandeln, wenn (noch) keine Skabies vorliegt. Kinder sollten bis zum Abschluss der Behandlung nicht die Schule oder den Kindergarten besuchen. Bitte verständigen Sie die Klassenlehrerin bzw. die Leiterin der Kindergruppe von der Erkrankung Ihres Kindes. Kommt es nach Beendigung der Behandlung mit den genannten Antikrätzmitteln nicht zu einer wesentlichen Besserung des Juckreizes, stellen Sie sich bitte wieder in der Praxis vor. In solchen Fällen kann die Durchführung einer Lichtbestrahlung mit UVB sowie die Anwendung einer antientzündlichen Salbe notwendig sein.

Stand: 8/2004


Copyright © 2008 by Dr. med. Peter Pierchalla.
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