Polymorphe Lichtdermatose ("Sonnenallergie")
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Liebe Patientin, lieber Patient,

die sog. "Sonnenallergie" ist in Wirklichkeit keine echte Allergie gegen Sonne, sondern eine Reaktion der Haut auf UV-Strahlen, deren Ursache bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Bevorzugt betroffen sind Frauen zwischen 20 und 40 Jahren, häufig treten erste Symptome bereits wenige Jahre nach der Pubertät auf.

Welche Ursachen können einer "Sonnenallergie" zugrunde liegen?

Der Polymorphen Lichtdermatose liegen wahrscheinlich mehrere Ursachen zugrunde. Ein großer Teil der als "Sonnenallergie" bezeichneten Hautreaktionen ist nichts anderes als ein Sonnenbrand bei lichtempfindlicher bzw. nicht vorgebräunter Haut. Bei einigen Patientinnen lassen sich aber im Pflastertest echte Allergien gegen Duftstoffe, Konservierungsmittel und Emulgatoren nachweisen, die als Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln oder Pflegepräparaten auf die Haut gelangen und nach Besonnung die genannten Hautreaktionen auslösen. Auch die Einnahme diverser Medikamente (z.B. bestimmter Antibiotika) kann zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut und zu schweren Reaktionen nach dem Sonnenbaden führen.

Wie läßt sich eine "Sonnenallergie" verhindern und wie kann sie behandelt werden?

Leider läßt sich die Ursache der Polymorphen Lichtdermatose häufig nicht beseitigen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Haut durch eine Vorbestrahlung mit UVA- und UVB-Licht rechtzeitig, d.h. sechs bis acht Wochen vor Beginn einer Urlaubsreise in den Süden oder (bei starker Lichtempfindlichkeit) bereits im Januar/Februar an die Sonne zu gewöhnen. Es hat sich gezeigt, daß dadurch die Symptome der "Sonnenallergie" deutlich vermindert werden können. Die Vorbräunung in einem Solarium ist dafür häufig nicht ausreichend, weil die üblichen Solarien nur UVA-Strahler enthalten. Als zusätzliche Schutzmaßnahme sollten Lichtschutzgele (keine Sonnenmilch!), d.h. Lichtschutzmittel auf alkoholischer Basis, die keine Emulgatoren enthalten, verwendet werden. Diese Gele sollten neben dem obligaten UVB-Filter mit Lichtschutzfaktor 15 und höher auch über einen im UVA-Spektrum wirksamen Filter verfügen.

Welche weiteren Maßnahmen sind sinnvoll?

Manchmal ist es hilfreich, zur Prophylaxe ein sog. Antihistaminikum (z.B. Loratadin oder Cetirizin) einzunehmen. Beginnen Sie (nach vorheriger Rücksprache mit Ihrem Arzt) mit der Einnahme zwei bis drei Tage vor Antritt der Reise, so daß Sie am Urlaubsort bereits wirksam geschützt sind. Setzen Sie Ihre Haut trotz der genannten Schutzmaßnahmen nur vorsichtig und langsam der Sonne aus! Die meisten "Sonnenallergien" lassen sich so wirksam vermeiden.

Stand: 8/2004


Copyright © 2008 by Dr. med. Peter Pierchalla.
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